WAL Bildungszentrum Wallierhof in Riedholz

Projekt ausgeführt, Gebäudesanierung
Riedholz, Kanton Solothurn
2009-2015

 

Hölzerner Vorhang Im Sommer 2008 wurden mit der Fertigstellung der Fassade des Schulgebäudes Wallierhof in Riedholz die umfänglichen Sanierungsmassnahmen des Bildungszentrums abgeschlossen, die bereits 2005/06 mit der Sanierung des Daches und der Umgestaltung der zentralen Innenbereiche begannen. Damit setzt der Kanton Solothurn als Eigentümer und Bauherr seine langfristig auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ausgerichteten Immobilien- und Objektstrategie fort. Anlass für die Sanierung gab im Wesentlichen die stark rostende, undichte Metall-Elementfassade aus den 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts, die zudem mit einer Materialstärke von 50mm eine nach heutigen Gesichtspunkten unakzeptable Dämmfähigkeit mit entsprechend hohem Energieverlust aufwies.
Vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit wurde sich nach umfangreichen Untersuchungen für die Konvertierung der Metall- in eine Holzfassade entschieden. Der Grund hierfür liegt in dem hohen Energieaufwand, der für die Herstellung der Metallfassade von Nöten gewesen wäre und die diesbezüglichen Vorteile eines nachwachsenden Rohstoffs, der letzlich den Ausschlag für das Material Holz gab, zumal in einem Kanton mit einem Waldflächenanteil von über 40%. Die Struktur des Hauses, die Achsabstände, die Fenstergrössen und das Innere des Hauses blieben hingegen unverändert. Lediglich nach Süden hin wurde der Anteil der verglasten Flächen erhöht, um die Klassenräume heller und lichter und die Aussicht aus der Aula attraktiver zu gestalten. Das Thema der Fassade, welches sich nicht zuletzt aus der Identität des Gebäudekörpers ableiten liess, findet sich in der Interpretation des Curtain-Wall. Damit erweisst der Entwurf seine Referenz an die vormalige vorgehängte Fassade und an den Bestand, ohne beide kopieren oder immitieren zu wollen. Eine zweite Haut aus feinen, wenn auch sägerohen und haushohen vorbewitterten Lärchenlatten, wickelt sich um die innere Struktur des Hauses und umspielt die vormals unter 45° ausgebildeten Ecken in einem gleichmässigen Viertelbogen. Der Begriff des Curtain-Wall wurde also wörtlich genommen und die unprätentiöse Ausbildung dieses Vorhangs unterstützt nicht nur die Geometrie des Hauses, sondern massgeblich auch die Schönheit, weil wechselnde Farbigkeit des Materials Holz. Das Gebäude wird das erste vom Hochbauamt des Kantons nach MINERGIE® - Standard realisierte Umbau-Objekt, welches die hierfür notwendigen Werte nicht nur erreichen, sondern erheblich unterschreiten wird.