WAS Primarschule Wasgenring, Basel

5.Rang, Projektwettbewerb offen
2014

 

Räumlich wie inhaltlich ist der neue Erweiterungsbau auf dem vorgeschlagenen Baufeld mit der ersten Etappe der Schulanlage Wasgenring von Bruno und Fritz Haller konfrontiert. Diese ist städtebaulich als eine annähernd symmetrisch gespiegelte Anlage zu verstehen und damit in sich abgeschlossen. Folgerichtig unternimmt der Entwurf für den Erweiterungsbau nicht den Versuch, die Anlage städtebaulich, typologisch oder formal fortzuschreiben. Stattdessen wird ein wiederum in sich abgeschlossener Baukörper gewählt, dessen Grundfläche und Volumen möglichst kompakt und dessen Fassade sich transparent und filigran in den Grünraum integriert. Die Logik seiner Gestalt empfängt der neue Baukörper nicht aus der Adaption der bestehenden Schulanlage, sondern aus den Anforderungen eines flexiblen Raumsystems und der Notwendigkeit des Naturschutzes.

Das feine Gitterwerk der Fassaden aus Sichtbeton mit den beinahe raumhohen Fenstern und abgekantenten Brüstungen bringen das Haus mit dem ortsprägenden Baumbestand zusammen. Erschlossen wird der neue Erweiterungsbau an den beiden Längsseiten mit einem Foyer, das durch den Raum durchgesteckt ist und in jedem Geschoss den Durchblick ins Grüne ermöglicht. Von dort entwickelt sich die zentrale vertikale Erschliessung um einen Lichthof nach oben und geschossweise gegenüberliegend schliessen die Schulräume an. Dabei sind die Tagesstrukturen weitgehend im Erdgeschoss mit direktem Aussenbezug angeordnet, während sich die Aula im 1. Obergeschoss und das Förderzentrum/Musik und Bewegung im 2. Obergeschoss um einen Innenhof herum  befinden.

Die Einbindung des Neubaus in seine Umgebung soll selbstverständlich und ohne grosse Gesten erfolgen. Deshalb erschien es folgerichtig, dass das bestehende Wegenetz verlängert und das Gebäude daran angekoppelt wird. Die Wiese wird bis an das Gebäude herangeführt, zwei kleine befestigte Bereiche an den Schmalseiten des Hauses ermöglichen eine bescheidene Aussenmöblierung. Der vorhandene Grünraum hat aus Sicht der Verfasser bereits eine hohe Aufenthalts- und Verweilqualität, so dass er lediglich mit einigen Spielgeräten oder Sandflächen naturnah ergänzt werden kann.