RKS Reformierte Stadtkirche in Solothurn

1. Preis, selektives Verfahren
2010

 

Ziel der Aufgabe war es, ein ganzheitliches architektonisches Konzept zu entwickeln, welches dem Kapellenraum eine Atmosphäre und einen räumlichen Ausdruck verleihen und zum Gebet oder zur Einkehr einladen. Der ganzheitliche Ansatz, die ruhige, kontemplative Atmosphäre, und die individuelle oder gemeinschaftliche flexible Nutzung, werden mit wenigen Mitteln ermöglicht.
Zentrale gestalterische Themen sind das Licht und die Gemeinschaft. Das architektonische Mittel ist eine Wandverkleidung, die bereits im Vorraum sichtbar ist und in die Kapelle hinein leitet. Im Innern der Kapelle kleidet sie den gesamten Raum ein und schafft so eine gemeinschaftliche Atmosphäre – im Dialog mit anderen Gemeindemitgliedern oder im Dialog mit Gott. Darüber hinaus dient dieser „Vorhang“ als eine Art Filter, der das Licht gleichmässig im Raum verteilt, die Besucher also gleichsam mit dem Licht einhüllt. Durch die Kombination von indirektem Tageslicht und Kunstlicht können ganz individuelle Lichtstimmungen generiert werden. In seiner Funktion als Vorhang lässt sich hinter dieser Wandverkleidung auch das nötige Stuhllager verstauen. So können letztlich mit einem architektonischen Element die drei wichtigsten Gestaltungsfragen – Atmosphäre/Licht, Auffindbarkeit, Möblierung – beantwortet werden. Das Motiv der Wandverkleidung soll das Thema „Gemeinschaft, Ostern, Licht“ in abstrakter Weise darstellen. Boden und Decke, das Mobiliar und auch die angrenzenden Räume verhalten sich still und unaufdringlich.