POR Überbauung Lohn-Bellevue, Port

3. Rang, Projektwettbewerb eingeladen
2013

 

Städtebau und Aussenraum: Die Qualität des Ortes liegt in den schönen landschaftlichen Bezügen und der grosszügigen Aussicht. Um diese Qualität zu erhalten, wurden die städtebaulichen Entscheidungen von dem Wunsch begleitet, die landschaftlichen Bezüge sowohl in den Aussenräumen als auch in den Wohnungen erlebbar zu machen. Deshalb wurden die insgesamt 81 Wohnungen auf 7 Baukörper konzentriert und somit ein grösstmöglicher Grünraum erhalten, der das Wohnquartier mit dem benachbarten Landschaftsraum verbindet. Dazu wurden die Baukörper so positioniert, dass zwischen den Häusern Sicht- und Grünachsen entstehen können, die einerseits das Quartier nach Aussen öffnen und andererseits den Wohnungen genug räumliche Distanz und Privatheit ermöglichen. Die Erschliessung der Wohnungen erfolgt über die Einstellhalle von Süden her oder fussläufig über Quartierswege- und Plätze. Oberlichter versorgen die Einstellhalle mit Tageslicht. Jedes Haus verfügt am Eingang über einen kleinen Hausplatz mit Baum, Sitzbank und Veloabstellmöglichkeit. Nach Süden wird die Bebauung durch einen gemeinschaftlichen Quartiersplatz und die Gemeinschaftseinrichtungen begrenzt.

Grundrissorganisation: Die städtebauliche Struktur baut auf einem orthogonalen Raster auf, dass sich parallel bzw. senkrecht zum Hang entwickelt und auf das dritte Baufeld S3 übertragen werden kann. Dieser Ordnung folgend sind auch die einzelnen Baukörper und die Wohnungen orthogonal aufgebaut. Jede Wohneinheit ist gegeneinander verschoben und als solche individuell von Aussen ablesbar. Das stiftet Identität für die Bewohner und bietet Ihnen Intimität und Privatheit. Die Wohnungen werden über eine grosszügige Eingangshalle erschlossen, die als Begegnungszone den Übergang zwischen gemeinschaftlichem Aussenraum und privatem Innenraum bildet. Je zwei Treppenhäuser und Lifte erschliessen in einem Gebäude von der Einstellhalle bis zur Attikawohnung durchgehend insgesamt 11 resp. 12 Wohnungen. Das Herzstück jeder Wohnung bildet ein Küchen- und Wohnbereich, der als zentrale Zone sämtliche Räume erschliesst und je zwei gegenüberliegende Himmels-richtungen und Tageslichtatmosphären verbindet. Durch diesen zentralen Bereich können die Wohnungen ohne Verkehrsflächen räumlich attraktiv und sehr wirtschaftlich organisiert werden. Jede Wohnung verfügt über einen gedeckten grosszügigen Aussensitzplatz mit Blick auf die Jurakette oder die Stadt Biel.

Materialität und Wirtschaftlichkeit: Die Gebäude werden in Massivbauweise mit Stahlbetondecken erstellt. Die Spannweiten der Decken bewegen sich in den für den Wohnungsbau üblichen Dimensionen und lassen eine wirtschaftliche Bauweise erwarten. Zusammen mit den Stahlbetontreppenkernen wird die geforderte Erdbeben-sicherheit erreicht. Für die Fassaden ist eine Kombination aus Putzflächen und Sichtbetonpaneelen vorgesehen, deren zurückhaltende Farbigkeit eine grosszügige Eleganz ausstrahlt und einen reizvollen Kontrast zu dem durchgrünten Aussenraum darstellt.

In Zusammenarbeit mit Bigolin+Crivelli Architekten AG